Der rote Punkt - Traditionelles Bogenschießen
Der rote Punkt - Traditionelles Bogenschießen

Das Paradoxon des Bogenschießens

"The archer's paradox"

Es beschreibt den Umstand, dass ein Pfeil, der von einem Bogen geschossen wird, sich durch die Beschleunigung zunächst biegt, dann um den Griff "herumwindet" um dann nach einigen weiteren Biegungen in der Luft durch die Federn stabilisiert zu werden. Die folgende Grafik verdeutlicht den Augenblick, bei dem der Pfeil die Sehne verlässt:

Um die Windung um den Griff so zu "timen", dass der Pfeil nicht am Griff anschlägt, ist eine exakte Abstimmung des Pfeiles auf den Bogen und auf den Schützen notwendig.

Diese Abstimmung wird durch einen passenden "Spine" erreicht. Der Spine ist ein Wert, der sich aus der Biegung errechnet, wenn man ein 2 Pfund schweres Gewicht an einen Schaft von 26 Zoll Länge hängt. Ist der Spine des Schaftes nun passend zum Bogen und zum Schützen findet die zweite Windung des Pfeiles zu genau dem Zeitpunkt statt, an dem der Schaft den Griff passiert - der Pfeil berührt den Griff nicht.

 

Ist der Spine des Pfeiles falsch, schlägt der Pfeil am Griff an und wird nach rechts oder nach links abgelenkt. Das gilt auch für Recurves mit Bogenfenster. Oft hört man, dass aufgrund des Bogenfensters die Pfeile sehr viel härter sein dürfen als der Idealspine. Dabei wird eben vergessen, dass der Pfeil bereits im Moment des Ablasses eine Biegung macht (auf der Zeichnung Punkt B). Diese erste Windung wird alleine schon durch die Ablasstechnik hervorgerufen.

Oder auch keine, wenn er zu hart ist... Was zur Folge hat, dass die Windung C erst nach Verlassen des Griffes eintritt.

Es gibt auch leider immer noch Schützen, (worunter sich sogar solche befinden, die anderen das Bogenschießen beibringen) die immer noch meinen, dass der Spine "nicht so wichtig" oder "nur was für weit Fortgeschrittene" sei.

Das ist ein Irrtum. Man kann mit einem schlechten Bogen und gut auf den Schützen und diesen Bogen abgestimmten Pfeilen sehr gut treffen. Aber keinesfalls mit einem sehr guten Bogen, aber schlecht abgestimmten Pfeilen. Und so kann man schnell die Lust verlieren, weil man sich einen guten Bogen besorgt hat, aber wegen einem miesen Spine einfach nicht treffen kann.

 

Man sollte auch Anfängern zumindest Pfeile besorgen, welche grob im richtigen Spinebereich liegen. Ist sonst wie auf einer ungestimmten Gitarre das Spielen lernen zu wollen.



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April 2012

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